Was ist ein Lymphödem?
Ein Lymphödem ist eine tastbare Schwellung, die durch eine Stauung der Lymphflüssigkeit (Lymphe) entsteht. Diese klare, gelbliche Flüssigkeit transportiert Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit über Lymphbahnen und -knoten ab. Ist dieser Abfluss gestört, kommt es zur Ansammlung der Lymphe im Gewebe, was zu Schwellungen führt – meist an Armen oder Beinen.
Wie entsteht ein Lymphödem?
Ein Lymphödem entsteht, wenn das Lymphsystem nicht mehr in der Lage ist, überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren. Die Ursachen können angeboren (primäres Lymphödem) oder erworben (sekundäres Lymphödem) sein, beispielsweise durch:
- Verletzungen oder Operationen: Z. B. Entfernung von Lymphknoten bei Krebs.
- Infektionen: Schädigung der Lymphbahnen durch Bakterien oder Parasiten.
- Übergewicht: Komprimierung der Lymphgefässe durch Fettgewebe.
Symptome eines Lymphödems:

- Schwellungen, oft einseitig an Armen oder Beinen
- Schweregefühl und Spannungsgefühle
- Hautverdickung und -verhärtung in späteren Stadien
- Positives Stemmer-Zeichen: Haut auf den Zehen kann nicht als Falte abgehoben werden
Diagnose eines Lymphödems:
Für die Diagnose eines Lymphödems werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Feststellung von Schwellungen und Ausschluss anderer Erkrankungen.
- Ultraschall: Überprüfung der Gefässe und Lymphknoten.
- Lymphszintigraphie: Darstellung des Lymphflusses mit radioaktiven Kontrastmitteln.
Behandlungsmöglichkeiten:
1. Kompressionstherapie:
- Kompressionsstrümpfe und -verbände: Unterstützen den Lymphabfluss und reduzieren Schwellungen.
- Intermittierende Kompression (IPK): Druckgeräte fördern den Abfluss der Lymphe.
2. Manuelle Lymphdrainage (MLD):
Speziell ausgebildete Therapeuten fördern durch gezielte Massagegriffe den Abfluss der Lymphe.
3. Bewegungstherapie:
Moderate Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren unterstützen den Lymphfluss. Wichtig: Kompressionsstrümpfe tragen!
4. Ernährungsanpassung:
- Ausgewogene Ernährung: Wenig Salz, pflanzliche Fette bevorzugen, Übergewicht vermeiden.
- Viel frisches Obst und Gemüse: Unterstützt den Stoffwechsel und fördert die Gesundheit.
5. Operative Eingriffe:
In seltenen Fällen wird durch chirurgische Massnahmen versucht, den Lymphfluss zu verbessern, z. B. durch Verbindungen zwischen Lymph- und Venensystem.
Tipps für den Alltag mit Lymphödem:
- Regelmässige Bewegung: Fördert die Durchblutung und den Lymphfluss.
- Hautpflege: Vermeidung von Verletzungen, um Infektionen vorzubeugen.
- Vermeidung von Hitze: Reduziert das Risiko von Schwellungen.
- Flüssigkeitszufuhr: Täglich ausreichend trinken (mindestens 2 Liter Wasser).
Warum ist eine Behandlung wichtig?
Ohne Behandlung kann ein Lymphödem zu chronischen Beschwerden, Hautveränderungen und eingeschränkter Lebensqualität führen. Eine frühzeitige Therapie verbessert die Prognose erheblich.